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Unterschätzt & unentdeckt

Unterschätzt & unentdeckt
Touren und Reisen

vor 3 Tagen

Nicht jede Cabriotour muss entlang der berühmten Alpenpässe, durch die Provence oder an der Amalfiküste entlangführen. Wer das Steuer lieber dort dreht, wo es noch Raum zum Staunen, Entdecken und Durchatmen gibt, findet in Europas weniger bekannten Regionen ein echtes Eldorado für genussvolles Fahren. Fernab vom Trubel und Verkehr warten Routen, die sowohl landschaftlich als auch kulturell begeistern – und dabei oft mehr Tiefe und Authentizität bieten als die großen Klassiker.

In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf Cabriotouren, die unterschätzt, unerwartet und unvergesslich sind. Für alle, die lieber offen denken – und offen fahren.

Slowenien: Soča-Tal, Vršič-Pass & Vipava – alpine Vielfalt auf engstem Raum

Slowenien ist klein, aber voller Überraschungen. Besonders die Fahrt über den Vršič-Pass – mit seinen 50 Kehren aus Kopfsteinpflaster und herrlichen Ausblicken – ist ein echtes Erlebnis für Kurvenfans. Danach führt der Weg hinunter ins smaragdgrüne Soča-Tal, wo sich wilde Flüsse, Almen und Wälder abwechseln. Entlang der Strecke liegen charmante Orte wie Bovec oder Kobarid. Weiter südlich lockt das Vipava-Tal mit mediterraner Atmosphäre, exzellentem Wein und nahezu verkehrsfreien Nebenstraßen. Die Kombination aus Natur, Kulinarik und Entschleunigung macht Slowenien zum Geheimtipp mit Herz. Auch die Nähe zu Italien macht spontane Grenzabstecher möglich – perfekt für Entdecker:innen.

Slowenien Velika Planina

Nordspanien: Baskenland bis Kantabrien – grün, wild & wunderbar

Der Norden Spaniens ist ein völlig anderes Spanien – grün, gebirgig und frisch. Die Route von Bilbao über Lekeitio nach Santander führt dich vorbei an Klippen, durch Pinienwälder und entlang weiter Küsten. Und auch das Hinterland mit der Sierra de Cantabria, den Weinregionen von La Rioja oder den Picos de Europa überrascht mit landschaftlicher Vielfalt und wenig befahrenen Straßen. Die Route ist ideal für alle, die Abwechslung lieben: von urbanen Highlights über wilde Natur bis zu einsamen Buchten. Wer authentisches Spanien erleben will, findet hier den Schlüssel dazu. Abends laden kleine Tapas-Bars und versteckte Altstädte zum Verweilen ein.

Friaul-Julisch Venetien: Italiens stille Hügel & geschichtsträchtige Straßen

Im Schatten von Südtirol, Toskana und Gardasee liegt Friaul – und das ist auch gut so. Denn zwischen Udine, Cividale del Friuli und dem Collio-Weingebiet kannst du noch entspannt cruisen. Kleine Straßen führen durch Rebenlandschaften, mittelalterliche Dörfer und vorbei an ehemaligen Grenzorten. Hier trifft alpine Frische auf adriatische Wärme, römische Geschichte auf slawische Einflüsse – und das auf nur wenigen Kilometern. Ideal für Genießer:innen, die gerne Pausen für lokale Spezialitäten einlegen und dabei echtes Italien ohne touristischen Filter erleben möchten. Friaul zeigt, dass es auch in Italien noch stille, fast vergessene Winkel für ruhigen Fahrgenuss gibt.

Vogesen: Kurvenrausch auf der „Route des Crêtes“

Wer sich nach einer ruhigeren Alternative zu den Alpen sehnt, ist in den Vogesen goldrichtig. Zwischen Colmar und Gérardmer verläuft die legendäre „Route des Crêtes“ über Höhenzüge, durch Wälder und vorbei an Bergseen. Die Aussicht reicht bei klarer Sicht bis in den Schwarzwald oder zur Rheinebene. Die Kurven sind sportlich, aber nicht überfordernd – perfekt für entspanntes Cruisen mit Cabriofeeling pur. Und in den kleinen Dörfern entlang der Strecke warten Käse, Kuchen und ein freundliches Lächeln. Besonders schön im Spätsommer und Herbst, wenn die Wälder in warmen Farben leuchten. Tipp: Kombinierbar mit der Elsässer Weinstraße für noch mehr Fahrgenuss.

Südnorwegen: Fjorde, Felsen & Fahrfreude pur

Südnorwegen bietet ein erstaunliches Gleichgewicht aus wilder Natur und gut ausgebauter Infrastruktur. Wer etwa von Kristiansand nach Rjukan oder entlang der Telemark fährt, findet eine Mischung aus Wald, Fels, Seen und Fjorden – ohne stundenlangem Fährbetrieb oder langen Transfers. Die Straßen sind in Topzustand, der Verkehr gering. Unterwegs gibt es charmante Holzstädtchen, glasklare Badeseen und spektakuläre Aussichtspunkte. Norwegen im Süden ist ideal für entspannte Roadtrips mit vielen Stopps – besonders im Spätsommer oder Frühherbst, wenn Licht, Farben und Temperaturen besonders harmonisch sind. Und wer Lust hat, kann die Route bis zum Hardangervidda-Plateau ausdehnen.

Polen & Slowakei: Unterwegs zwischen Masuren & Karpaten

Polen ist nicht nur flach und weit – gerade die Masurische Seenplatte im Nordosten überrascht mit sanften Kurven, Alleen und einer beruhigenden Weite. Ideal für romantische Cabriotouren bei Sonnenauf- oder -untergang. Im Süden locken die Ausläufer der Tatra mit sportlicheren Strecken und kulturellen Highlights wie Krakau oder Zakopane. Wer von hier aus in die Slowakei fährt, entdeckt das Kleine Karpaten-Gebirge, Weindörfer und Burgen. Auch hier ist der Verkehr oft erstaunlich gering – perfekt für alle, die bewusst unterwegs sein möchten, fernab der Touristenströme. Viele Straßen führen durch Nationalparks und lassen sich mit Wanderungen oder Naturstopps verbinden.

Poland Masuren

Warum unbekannte Routen oft die besseren sind

Abseits der berühmten Pässe und Promi-Panoramen bieten unterschätzte Cabriotouren eine neue Qualität des Reisens: mehr Raum, mehr Ruhe, mehr Authentizität. Man fährt nicht nur durch schöne Landschaften, sondern erlebt Orte, die noch nicht von Instagram geprägt sind. Die Pausen sind entspannter, die Gespräche echter, die Entdeckungen tiefer. Und genau das macht den Reiz aus – man kehrt nicht nur mit schönen Bildern zurück, sondern mit echten Geschichten im Gepäck.

Wer offen fährt, fährt oft auch offener durchs Leben. Und das beginnt manchmal auf einer Straße, die keiner kennt – aber die man nie wieder vergisst.